Künstliche Intelligenz wird immer bedeutender - sollte sich die Wirtschaft sorgen machen?

Es sieht so aus als würden Arbeiter ganzer Industriezweige, bald einfach durch neue Technologien mit künstlicher Intelligenz (KI) erstetzt werden.
Das führt nicht unbedingt zu Massenarbeitslosigkeit. Problem scheint die Umverteilung von alter Expertise, in Fähigkeiten, effizient mit neuen Technologien zu arbeiten. Denn was KI an Aufgaben übernehmen wird, hat massive Auswirkungen auf die Arbeitswelt.

Wahrscheinlich werden Millionen von Menschen den erlernten Job nicht mehr ausführen können (bzw. "brauchen"), da er ja viel effizienter von Robotern ausgeführt werden kann. In Großbritannien werden bereits in großem Umfang fahrerlose Autos getestet, die man schon 2018 auf englischen Straßen erwarten kann. Manche schätzen, dass in Großbritannien in den kommenden zwei Jahrzehnten, mehr als 5 Mio. Jobs (Einzelhandel, Transport, Lagerung, Gesundheit, Pflege) verloren gehen. Was für Großbritannien gilt, gilt ebenso für den Rest Europas - insbesondere Deutschland.

Warenhäuser, Transport, Hotel- und Gastgewerbe, sowie auch weite Bereiche der Landwirtschaft: hier droht bald Arbeitslosigkeit. Maschinen sind billige Arbeitskräfte. Mir stellt sich nur immer wieder die Frage, was als nächstes kommt? Schafft sich der Mensch bei all dem nicht langsam selbst ab?

Eine weitere Industrielle Revolution rollt an

Bei alle dem dürfen wir nicht vergessen: Technologischer Fortschritt brachte immer mehr Arbeit, statt weniger! Selbst wenn Roboter, in Zukunft viele Arbeitsfelder in unserer Welt bedienen, werden andere Bereiche sehr wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. Dazu gehören sicherlich alle Fähigkeiten die mit Kreativität, Emotionaler Intelligenz und sozialen Stärken zusammenhängen. Diesen Branchen könnten, in den kommenden Jahren, eine riesige Job-Nachfrage erzeugen. Wenn da nicht das Problem der Umverteilung wäre. Das meint die Notwendigkeit, dass Menschen mit diesen Fähigkeiten, ja erst einmal ausgestattet werden müssen. Wie schnell und effektiv das erfolgen kann, steht, so scheint's, noch in den Sternen.

Zwei wichtige Stichworte, für diese kommende Arbeitswelt sind: Kreatives Lernen.

Pferde ersetzen Schienen vs. Taschenrechner ersetzen Smartphones

In den vergangenen 19 Jahrhunderten gab es immer wieder technologische Revolutionen: Schreiber ersetzen Druckereimeister, Handwerksbetriebe lösten Farbiksysteme ab, Pferde wurden durch Eisenbahnen ersetzt. Schließlich kam der Verbrennungsmotor und die Städte wurden nach und nach elektrifiziert. Solche Mehrzweck-Technologien haben immer wieder die Arbeitswelt zerüttet, was zu Massenentlassungen führte. Doch immer entstanden neue Arbeitsfelder, in denen Menschen Beschäftigung fanden.

Ein wichtiger Unterschied zu damals, ist leider die Zeit, in der solche Veränderungen von statten gehen. Zwar verschwanden im 20. Jahrhundert Pferdekutschen zusehends, doch es gab genügend Zeit, bis sie neue Transportmittel ersetzten. Heute sieht das anders aus. Die Dinge überschlagen sich. Manche Technologien entwickelt sich, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Lichtgeschwindigkeit. Die Rechenkapazität von Mikrocomputern steigt exponential. Allein in den vergangenen 40 Jahren, haben sich Computer weiterentwickelt, aus zunächst gerade mal Taschenrechnern wurden Homecomputern, später Smartphones, die sich nun jederzeit und fast überall mit der Big Data des Internets verbinden können. Robotik und selbstfahrende Autos für den Hausgebrauch: das ist der nächste große Schritt. Doch er findet nicht erst in 10 Jahren statt, sondern eher in den kommenden 10 Monaten!

Nur schwer lässt sich vorhersagen, in welchem Ausmaß, sich diese Entwicklungen auf unser Leben auswirken. Sicher ist, dass dem ganzen digitalen Treiben keine Grenzen gesetzt sind. Schließlich verwenden wir alle freiwillig die Technologien, die uns Apple, Google, Microsoft, Amazon and Facebook zur Verfügung stellen. Darum haben diese Firmen auch eine Marktmacht von wahrscheinlich 2,5 Billionen US-Dollar.

Wir alle rühren mit im Brei dieser digitalen Revolution. Die Nachfrage ist da.

Kein Wunder, wenn es einige in der Tech-Szene gibt, die sich Sorgen machen. Wir sind einfach nicht darauf vorbereitet was kommt. Denn keiner weiß wie es aussieht, vor dem man sich Sorgen machen soll. Falsch aber wäre, diese potentiellen Gefahren nicht ernst zu nehmen.

Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angel_f-artificial_intelligence.svg

 

 

 

 

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