China bleibt für Deutschland Wachstumsmotor Nr. 1

Jörg Wuttke, Chef der EU-Handelskammer in China berichtet in einem Tagesschau-Interview von einem Super-Reformprogramm der Chinesen. Die deutsche Wirtschaftsdelegation, im Schlepptau von Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, waren in einem 20-minütigen Signaturmarathon damit beschäftigt, ein Handelsabkommen nach dem anderen zu unterzeichnen - Gesamtvolumen: 18,6 Milliarden EUR.
Sowohl Angela Merkel als auch der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang, sinnen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und China.
Man erhofft sich davon ein "Goldenen Jahrzehnt" der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Trotzdem werden vom IWF nur 0,8% Wachstum für deutsche Exporte nach China erwartet, denn aus Sicht der Chinesen sind die Deutschen in ihrer Technologie-Kooperation einfach zu passiv.
Auch wenn Deutschland rein prozentual nicht von der chinesischen Wirtschaft abhängig ist, sind die Deutschen dennoch von der schwachen Nachfrage Chinas nach Industrieprodukten enttäuscht. Das liegt wohl am Umbau des chinesischen Wachstumsmodells, denn nicht mehr Fabriken und Baukräne sollen das chinesische Wirtschaftswachstum anfeuern, sondern seit neuestem auch Dienstleistungen im Finanzsektor.

China bleibt mit dem größten Automobilmarkt weltweit, für Deutschland der Wachstumsmotor Nr. 1.  Auch gibt es Affinitäten der Chinesen und der Deutschen z. B. in Sachen Fußball, High-Tech-Produkten und seit jüngerer Zeit auch verstärkt im Tourismus.
Vor allem bei der Verschmelzung von Industrieproduktion und Informationstechnologie (Industrie 4.0) gibt es seitens der Chinesen größte Ambitionen. Da sind sich Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang einig.

Das Peking aber ein anderes politisches Gefüge als die Staaten der EU besitzt, bleibt weiterhin ein Problem. Immer noch führen zahlreiche Missstände in einem wilden chinesischen Kapitalismus zu Sorgen. Lange Arbeitszeiten von 12-14 Stunden von Angestellten zu Hungerlöhnen und Schutzlosigkeit bei Arbeitsaus- und unfällen, sind ein wirkliches Problem. Wer günstige Produkte aus China bezieht, um sie z. B. auf dem deutschen Markt zu verkaufen, sollte darum nicht blind auf die billigsten Waren setzen, nur um höchstmögliche Margen zu erzielen.
 

Mehr zum Thema:

European Chamber of Commerce in China:
http://www.europeanchamber.com.cn/en

Es hierzu eine Weltspiegel-Reportage unter folgendem Link (vom 30.10.2015):
http://bit.ly/1PUaH2z

 

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