Werbeblocker: ein Fall für den Bundesgerichtshof?

AdBlock Plus - selimoezkan.com

Viele Unternehmen, wie etwa Verlage, nutzen Werbung auf Ihren Webseiten, um notwendige Einnahmen zu generieren. Doch Werbung im Internet ist oft einfach nur nervig. Daher installieren sich viele User Werbeblocker, die solche Reklame einfach ausblenden. Und das bedeutet für viele Unternehmen riesige Einnahmeverluste: da dreht es sich tatsächlich um zweistelige Milliarden-Beträge!

Heute soll der Bundesgerichtshof entscheiden, was für die gesamte Medienbranche richtungsweisend wird.

Werbebanner und Blocking-Software

Jeder kennt die animierten Werbebanner und die bildschirmfüllenden Anzeigen, mit denen man im Internet ständig konfrontiert wird. Mit Werbeblocker-Software lässt sich das jedoch alles unterdrücken, was für den Nutzer echt angenehm ist. Nur für die Seiteninhaber bedeutet das hohe Verluste.

Nun werden die Stimmen lauter, insbesondere bei großen Verlagen wie Springer, dass über diese Misere nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden soll. Konkret geht es um die "Adblock Plus"-Software, die in Deutschland mindestens auf 8 Mio. Endgeräten installiert ist. Weltweit sollen sogar 100 Mio. Geräte durch entsprechende Software Werbung im Internet blockieren. Hauptsächlich sind es junge Menschen die solche Adblocking-Software verwenden, denn sie ist kostenlos im Internet verfügbar. Damit lässt sich Werbung gang einfach ausblenden - vollautomatisch.

Springer scheitert mit Klage

Springer schaltet auf seinen Webseiten bild.de oder welt.de Werbung. Damit verdient der Verlag auch viel Geld. Eigentlich.

Es handelt sich nicht gerade um geringe Summen: installierte Werbeblocker verursachen Einnahmeverluste in Millionenhöhe. Nun versuchen Medienanwälte beim Axel-Springer-Verlag das Blockieren von Werbung schlicht als rechtswidrig zu erklären. Die Argumentation ist, dass es seinem Empfinden nach einfach gegen das Recht verstößt, eine kostenlose Software wie "AdBlock Plus" zu vertreiben, die der Finanzierung von Unternehmen gezielt schadet.

Nach Auffassung von Springer darf nur der Verleger selbst entscheiden, welche Inhalte und Anzeigen unter seinen Titeln publiziert werden. Adblocking-Software gefährdet angeblich die Vielfalt von Informationsangeboten und damit auch die Interessen der Allgemeinheit. Doch das Oberlandesgericht Köln sah das anders: Das Blocken von Werbung ist grundsätzlich rechtmäßig.

Springer gibt nicht nach

Nun soll der Bundesgerichtshofl klären, ob Werbeblocker überhaupt erlaubt sind. Das Ergebnis dieser Entscheidung ist für Medienunternehmen von großer Bedeutung. Die hohen Ausgaben die durch den Betrieb Ihrer Internet-Präsenzen monatlich entstehen, können sie ohne Online-Werbung kaum finanzieren.

 

 

 

 

  • English
  • Deutsch

Selim Oezkan
Leuthener Str. 5
10829 Berlin
Germany

Email: ich@selimoezkan.com

Tel.: +49 (0)30 3398 7972


© 2018 by Selim Oezkan
www.selimoezkan.com